Feine Hilfen: Der Trab

Ab dem 07.10. ist die nächste Ausgabe der FEINE HILFEN im Handel erhältlich. Wie einige von Euch schon wissen, bin ich seit April dieses Jahres Chefredakteurin des Bookazins. Dieses Mal habe ich das Thema “Der Trab” gewählt. Zum einen, weil es schon Ausgaben über Schritt und Galopp gab und ich damit die Reihe zu den drei Grundgangarten vervollständigen konnte. Zum anderen aber, weil der Trab in meinen Augen Dreh und Angelpunkt der Ausbildung des Reitpferdes und auch des Reiters ist.

Der Trab zeigt schonungslos Ausbildungsfehler, Haltungsfehler, Sitzfehler, Einwirkungsfehler. Er ist für das Pferd zwar relativ kräfteschonend und damit für längere Strecken im Gelände gut geeignet, auf gebogener Linie sorgt er aber ohne die nötige Losgelassenheit von Pferd und Reiter sehr schnell für Gelenks- und Sehnenerkrankungen des Pferdes.

Diese Bücher habe ich besonders gerne gelesen

“Welche Bücher kannst Du mir empfehlen?” fragen mich meine Schüler häufig. Deshalb möchte ich hier mal meine “All-Time-Bestenliste” veröffentlichen. Zu jedem Buch erzähle ich ein bisschen, warum es mir besonders gut gefällt.

Diese Bücher solltet Ihr auf jeden Fall gelesen haben:

1.) Ecole de Cavalerie- de la Guérinière

Warum ich dieses Werk aus dem 18. Jahrhundert empfehle, habe ich schon in etlichen anderen Artikeln hier im Blog erklärt. Es enthält Unmengen an Informationen für den richtigen und artgerechten Umgang und eine schonende und durchdachte Ausbildung und Hilfengebung.

Müssen Friesen anders ausgebildet werden?

Friesen sind Traumpferde: Schwarze lange Mähne, Puschelfüße, lackschwarz. So manche Reiterin würde bei der Wahl zwischen Einhorn und Friese immer den Friesen wählen. Friesen verbinden Kraft und Schönheit auf eine ganz besondere Weise. Doch hat man solch ein Pferd einmal unter dem Sattel,  fällt eins auf: Es ist auch in der Ausbildung anders. Um eingerollte Hälse und feste Rücken zu vermeiden, sollte man als stolzer Friesenbesitzer einiges beachten.

Friesen wurden ursprünglich nicht als Reitpferde gezüchtet sondern für die Kutsche. An der Kutsche gehen sie im Schritt und zeigen einen beeindruckenden Trab mit hoher Knieaktion. Eine körperliche Voraussetzung für diesen Trab ist der hoch aufgesetzte Hals.

Warum? – Kleines Wort mit großer Wirkung

Warum stellen wir eigentlich im Reitunterricht so selten die Frage nach dem „Warum“? Stattdessen neigen wir dazu Anweisungen auszuführen und als Richtig zu akzeptieren ohne sie zu hinterfragen? Das fehlende „Warum“ führt jedoch leider häufig zu stumm leidenden Pferden und ratlosen Reitern- manchmal auch zu verzweifelten Trainern. Dieser Artikel ist ein Plädoyer für das zu selten ausgesprochene „Warum“.

Am vergangenen Wochenende fand der Kurs eines namhaften Ausbilders statt. Ich sah mir eine Sequenz dieses Trainings an. Der Trainer unterrichtete zu diesem Zeitpunkt eine Frau mit ihrem Friesen. Seine Anweisungen gab er im schneidigen Kavallerie-Ton. Die Friesen-Reiterin hatte Probleme, ihre Hände still zu halten und störte damit ihr Pferd im Maul. Der Friese zeigte seinerseits enorme Defizite in der Losgelassenheit.

Feine Hilfen: Ist da ein Kraut gegen gewachsen?

Immer mehr Ställe bieten artgerechte Haltungsformen mit viel Weidegang. Gleichzeitig leiden immer mehr Pferde an Wohlstandserkrankungen. Können wir die Vegetation von Pferdeweiden so beeinflussen, dass die Zusammensetzung des Wiesenaufwuchses pferdegerechter wird?

Fast Food macht krank. Was für uns Menschen zutrifft, gilt auch für Pferde. Zuckerhaltige und einseitige Ernährung führt auch bei ihnen zu Adipositas. Heute leiden schon 50% unserer Freizeitpferde an dieser Erkrankung. Und Adipositas- also Fettleibigkeit- führt genau wie bei uns Menschen auch beim Pferd zu weiteren Erkrankungen: Cushing, EMS und Sommerekzem sind drei Begriffe, von denen die meisten Reiter und Pferdebesitzer vor einigen Jahren nur eine vage Vorstellung hatten. Heute gehören diese Diagnosen beim Tierarzt zum Standart und der Markt mit entsprechenden, auf die Bedürfnisse von erkrankten Pferden abgestimmten Futtermitteln, boomt. Doch woran liegt das? Hat sich etwas verändert in den letzten Jahren?