Sitzschulungen: Rider Ability

Ich biete deutschlandweit Sitzschulungs-Seminare nach dem Rider Ability© Konzept von Elaine Butler:

    • Unterricht mit Videoanalysen und Theorie
    • Theorieseminar „Bleib am Ball“: Trockenübungen für einen perfekten Reitersitz

Fokus des Rider Ability Coaching:

    • Die Vermittlung eines besseren Körpergefühls (Wann sitze ich im Lot? Schiefe erkennen, die richtige Stabilität/Flexibilität finden)
    • Smarte Lösungswege, die wirkliche Veränderungen bringen
    • Die Bewegungen des Pferdes so zu vermitteln, dass der Reiter sie verstehen und fühlen lernt
    • Auf den individuellen Lerntypen des Schülers abgestimmte Ideen zur dauerhaften und nachhaltigen Verbesserung des Sitzes
    • Erstellung einer Checkliste, mit der der Schüler sich selbst korrigieren kann
    • Durch einen ausbalancierten Reitersitz das Bewegungspotential des Pferdes und seine Gesundheit zu verbessern


Seminare

Deutschlandweit sowie für Österreich, die Niederlande und Belgien biete ich für Reiter auch Wochenendseminare, Tageskurse und Theorievorträge an. Diese Kurse sind selbstverständlich ganz individuell auf die Kursteilnehmer und ihre Pferde zugeschnitten und entsprechen denselben Grundsätzen, wie mein privater wöchentlicher Einzelunterricht. Bei der Buchung einer dieser Kursoptionen können Sie zwischen verschiedenen Themenbereichen wählen. Gerne können Sie mich aber auch direkt ansprechen und mit mir Ihre persönlichen Wünsche und Ideen besprechen. Ich entwerfe dann einen auf Sie zugeschnittenen Kurs.

Wochenendseminare und Tageskurse

Wochenend-Seminare finden normalerweise am Wochenende – also Samstag und Sonntag – statt. Hier ist es möglich einen “Wunsch-Kurs” zu organisieren, bei dem ich mit jedem Teilnehmer in der Praxis an seinen ganz individuellen Themen arbeite. Die Teilnehmer wählen ein gemeinsames Theorie-Thema aus, zu dem sie alle gerne mehr erfahren möchten. Zusätzlich wird dabei auch auf spezifisches theoretische Hintergrundwissen, das für die einzelnen Teilnehmer in ihrer praktischen Arbeit relevant ist, eingegangen.

Es besteht hierbei auch die Möglichkeit, für alle Teilnehmer einen Kurs zu einem speziellen Thema zu buchen. Mögliche Themen sind:

    • Sitzschulung nach dem Rider Ability Konzept
    • Klassische Arbeit an der Hand (bei fortgeschrittenen Reitern und Pferden auch Arbeit am langen Zügel)
    • Klassisch-Barockes Reiten
    • Seitengänge
    • Takt und Losgelassenheit
      etc.

Theorie-Vorträge

Sie können mich auch für theoretische Vorträge buchen. Hierfür ist es ebenfalls möglich, neben den genannten Themen, eigene Wunschthemen zu buchen. Mögliche theoretische Themen für einen solchen Kurs sind:

    • Der lotrechte Sitz
    • Klassische Arbeit an der Hand und die Arbeit am langen Zügel
    • Seitengänge
    • Die Geschichte der Reiterei
    • Bleib am Ball (ein Theorieseminar mit praktischen Übungen an Gymnastikbällen u.a. zur Verbesserung des Sitzes)
      etc.

Meine Angebote

Beritt Klassisch-Barock

Ich biete auch “Beritt Klassisch-Barock” Ihres Pferdes an. Dabei kann es sich um einen unterrichtsbegleitenden Beritt handeln oder auch um einen Korrekturberitt. Auch im Beritt sind mir die Grundsätze de la Guérinières wichtig: Die Berücksichtigung des Individuums, die Berücksichtigung des Alters, der intellektuellen Aufnahmefähigkeit des jeweiligen Pferdes, des Gesundheitszustandes und des Ausbildungsgrades. Dabei ist achte ich besonders auf die Erarbeitung einer soliden Basis.

Wenn ich von “Beritt Klassisch-Barock” schreibe, dann geht es für mich persönlich begrifflich hauptsächlich um die Grundsätze nach denen ich arbeite, nicht jedoch um eine bestimmte Pferderasse. Der “Klassisch-Barocke” Weg ist durchaus für jede Pferderasse einschlagbar, nicht nur für die prädestinierten Rassen wie Spanier oder Friesen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich mich nicht auf buckelnde oder steigende Pferde setze. Das hat neben meiner eigenen Sicherheit hauptsächlich damit zu tun, dass ich fest davon überzeugt bin, dass Buckeln und Steigen Ausdruck von Schmerzen oder Verzweiflung beim Pferd sind. Ich gehe in meiner Arbeit fest davon aus, dass kein Pferd willentlich bösartig mit Buckeln oder Steigen reagiert. Ergo kann ich diesen Fehler auch nicht durch einen “Beritt” im herkömmlichen Sinne beheben. Gerne berate ich Sie aber, wie Sie eventuell die Ursache für diese Äußerungen Ihres Pferdes finden können. Liegt die Ursache in Schmerzen oder Erkrankungen kann ich Ihnen Hilfestellung bei der Suche nach einem geeigneten Spezialisten (Tierarzt, Hufpfleger/Schmied, Ostheopathen, Sattler) geben. Liegt die Ursache im Umgang oder in der Art des Trainings, würde ich zunächst mit vertrauensfördernden Einheiten am Boden beginnen und hier die Lösung im Training Ihres Verständnisses für Ihr Pferd suchen.

Bei weiteren Rittigkeitsproblemen wie Zungenfehler, falschem Knick, Zügellahmheit etc. stehe ich Ihnen gerne zur Seite. Dabei möchte ich aber zu Bedenken geben: Diese sind meist durch den Reiter verursacht und lassen sich auf Dauer nicht durch reinen Beritt beheben. Wichtig ist hier, dass der Reiter auch an sich arbeitet. Gerade dabei unterstütze ich Sie aber in meinem Unterricht sehr gerne. Mein Ziel ist es, dass Sie mit Ihrem Pferd eine Einheit werden.

Aus diesem Grund biete ich auch keinen Beritt von Jungpferden in Abwesenheit ihrer Besitzer an. Wenn ich mit Ihrem Pferd arbeite, möchte ich, dass Sie dabei sind. Ihre Beziehung zu Ihrem Pferd soll gestärkt werden. Es nutzt mir nichts, dass ich mich prima mit Ihrem Pferd verstehe, wenn Sie keinen Zugang zu ihm finden.

Abgesehen von dieser Jungpferde-Situation, in der ich die Anwesenheit des Besitzers und Reiters für unerlässlich halte, biete ich Ihnen gerne einen Beritt im Falle Ihrer arbeits- oder urlaubsbedingten Abwesenheit an. In diesem Fall kümmere ich mich auch gerne um weitere neben der Bewegung Ihres Pferdes anfallende Dinge wie Füttern nach dem Reiten oder Ein- und Ausdecken des Pferdes. Wichtig ist mir dafür aber auch, dass Sie mich und meine Arbeit schon kennen und dass ich Sie und Ihr Pferd schon soweit kennengelernt habe, dass ich auch in Ihrer Abwesenheit lösungsorientiert, mit Fokus auf Ihr weiteres Zusammenwachsen mit Ihrem Partner Pferd, arbeiten kann.

Gerne berate ich Sie dazu individuell am Telefon und im Rahmen einer Schnupperstunde. In Fällen, in denen ich mich nicht für den geeigneten Partner für einen Beritt halte, gebe ich Ihnen gerne auch Hilfestellung bei der Suche nach einem entsprechend ebenfalls pro-Pferd orientierten Ausbilder.

Auch für den Beritt bin ich mobil im Rhein-Erst-Kreis und im Kreis Neuss. Innerhalb von 10 km um Pulheim-Stommeln zahlen Sie keine Anfahrtskosten.

Der Ursprung des größten Teils der Widersetzlichkeiten bei Pferden liegt nicht immer in ihrer Natur. Man verlangt öfters Dinge von ihnen, die sie noch nicht zu leisten fähig sind; man strengt sie zu sehr an, und will sie zu geschickt machen. Dieser große Zwang macht ihnen die Arbeit verhaßt, er ermüdet und verdirbt ihnen die Sehnen und Nerven, deren Federkräfte doch die Biegsamkeit bewirken, und oft sind sie zu Grunde gerichtet, wenn man gerade glaubt sie wohl zugeritten zu haben. (…)Noch aus einer anderen Ursache entstehen diese Fehler. Man reitet die Pferde zu jung; die Arbeit, die man von ihnen verlangt, übersteigt das Maß ihrer Kräfte, und da sie sich noch nicht hinlänglich ausgelegt haben, um dem Zwang zu widerstehen, den sie erleiden müssen, bevor sie abgerichtet sind, so greift man ihnen den Rücken an, schwächt ihnen die Kniekehlen und verdirbt sie auf immer.

 François Robichon de la Guérinière

Meine Angebote

Unterricht Klassisch-Barock

Eine gute Haltung zu Pferde ist für einen Reiter eine so große Zierde und gleichzeitig ein so wichtiges Mittel, um zur Reitkunst zu gelangen, dass alle, die Reiter werden wollen, unbedingt die Zeit aufbringen müssen, die für die Sitzschulung notwendig ist.

 François Robichon de la Guérinière

Im Unterricht möchte ich, dass Sie als mein Schüler selbst in den Genuss kommen, zu erspüren:

    • wie schnell sich kleinste Veränderungen in Ihrem Sitz und in Ihrer Hilfegebung positiv auf Ihr Pferd auswirken können
    • wie eine neue Sichtweise auf das Wesen der Pferde die Zusammenarbeit mit Ihrem Pferd positiv beeinflussen
    • wie motiviert Ihr Pferd sein wird, wenn es mitdenken und auch kreativ sein darf
    • wie Ihr Pferd dank eines individuellen Trainingsplans und der Berücksichtigung seines Wesens plötzlich viel rittiger wird
    • wie positiv sich die Muskulatur und die Ausstrahlung Ihres Pferdes durch individuelles und pferdegerechtes Training verändern lassen
    • welch ein Glücksgefühl es ist, wenn Sie Ihr Pferd mit feinsten Hilfen ohne Kraftanstrengung lenken können und plötzlich mit Hilfe eines soliden Basistrainings selbst schwere Lektionen spielerisch gelingen
    • welch positive Wirkung individuelles Training auf das Selbstbewusstsein und das Körpergefühl sowie auf die Stimmung Ihres Pferdes haben kann
    • wie viel leichter vieles wird, wenn Sie es Ihrem Pferd am Boden erklären bevor Sie in den Sattel steigen
      wie schön es ist, wieder aus demselben Grund in den Stall zu gehen, aus dem wir alle angefangen haben zu reiten: Harmonie mit einem motivierten Partner Pferd

Wenn Sie Interesse an meinem Unterricht haben, können Sie mich gerne anrufen oder mir schreiben. Sehr gerne vereinbare ich mit Ihnen eine Schnupperstunde in der Sie mich und meine Arbeit kennen lernen können. Ich bin mobil im Rhein-Erft-Kreis und im Kreis Neuss unterwegs. Für Wochenendseminare mit mehreren Schülern komme ich gerne auch deutschlandweit zu Ihnen in den Stall. Im Umkreis von 10 km um Pulheim-Stommeln zahlen Sie keine Anfahrtskosten.

Meine Angebote

Trainer Klassisch-Barock

Das Wissen um die wahre Natur der Pferde ist die erste Grundlage der Reitkunst und jeder Reiter muss daraus sein Hauptfach machen.

 François Robichon de la Guérinière

Trainer für klassisch barocke Reiterei berufen sich auf die Schriften von François Robichon de la Guérinière. Um seinem oben zitierten Grund-Anspruch gerecht zu werden, müssen wir uns damit auseinandersetzen, wie genau ein Pferd tickt. Grundsätzlich stellen sich hier die Fragen:

    • wie verhält es sich mit Artgenossen?
    • wie verhält es sich mit “seinem” Menschen?
    • wie bewegt es sich?
    • welche natürlichen Bedürfnisse hat es?
    • wie wurde es aufgezogen und welche Eltern hat es?
    • wie kann ich diese Informationen nutzen, um mein Pferd artgerecht und schonend auszubilden?

Genau über all diese Dinge hat sich schon François Robichon de la Guérinière Gedanken gemacht. In seinem Buch “École de Cavalerie” geht er auf diese Fragen ein und schreibt so als einer der ersten ein System zur Haltung und zur Ausbildung von Pferden bis zur hohen Schule nieder. Sein System beruht vor allem auf seinen Erfahrungen mit den Pferden, die er täglich ausbildete. Als Ecuyer du Roi (also Reitmeister von König Ludwig XV.) hatte er wahrscheinlich selten Probleme mit Exterieurmängeln. Die Pferde, die hier ausgebildet wurden, waren vom Typ her das, was wir heute “barock” nennen, sprich vor allem Pferde spanischer Herkunft, die sich leichter versammeln lassen, aber durch ihre kurzen Rücken häufiger Probleme mit der Losgelassenheit zeigen.

Für welche Pferdetypen?

Bei der klassisch barocken Reiterei in der heutigen Form stehen zwar grundsätzlich barocke Pferdetypen wie Friesen, PREs, Lippizaner oder Kladruber im Zentrum der Aufmerksamkeit und werden häufig auf Schauen präsentiert, dennoch ist diese Form der Ausbildung für alle Pferderassen und -typen geeignet. Das liegt auch daran, dass die Ausbildung zum “Trainer klassisch barocke Reiterei” sehr vielseitig ist: Neben klassischer Arbeit an der Hand und Reiten von gymnastizierenden Lektionen, wird von Seiten der FN und des BFKBR sehr viel Wert auf die Arbeit unter dem Sattel im Gelände gelegt nach Vorbild der HDv12. Basiswerke der Ausbildung zum Trainer Klassisch Barocke Reiterei sind also “École de Cavalerie” und die HDv12.

Letztere beinhaltet klar Ansätze verschiedenster Reitmeister, die zwischen dem Zeitalter des Barock und 1912, dem Entstehungsjahr der Heeresdienstvorschrift, gelebt haben. Darunter auch Ansätze von Baucher und Steinbrecht. Ebenfalls Gegenstand dieses Werkes ist die sogenannte Ausbildungsskala, deren oberstes Ziel ein Pferd, das durch systematische Gymnastizierung zu einem angenehmen durchlässigen Reitpferd wurde.

Antoine de Pluvinel

Schon de la Guérinières Vorgänger Antoine de Pluvinel erkannte, dass auch das Pferd Spaß an der Arbeit haben muss, weil es sonst nicht seine volle Schönheit unter dem Reiter entfalten würde. Spaß kann es nur haben, wenn wir verstehen, wie das Pferd lernt und wie es sich verhält und auch warum es eventuell nicht das leisten kann, was wir uns wünschen. Wir sind also angehalten das Pferd als Individuum zu sehen, das mitdenkt und versteht und uns mit seinen Bewegungen auseinander zu setzen und seinem Körperbau, um zu verstehen, was und warum wir eigentlich etwas tun. Dieser Ansatz führt bei vielen Pferden zu mehr Spaß an der Arbeit mit dem Menschen und zu größerer Motivation.

De la Guérinière sah die Reiterei als Mittel, die Bewegungen der Pferde zu vervollkommnen. Er sah die Reiterei deshalb auch als Kunst. Die wahre Kunst in unserer heutigen schnelllebigen Zeit ist es meiner Ansicht nach entgegen allem Streben nach schnellen Erfolgen wieder zurück zu den Ansätzen von Meistern wie de la Guérinière und Pluvinel zu kommen: Wir sollten uns wieder vermehrt auf das Pferd konzentrieren, ihm die Zeit geben in der Ausbildung, die es braucht, nicht zu früh anzufangen mit der Reiterei, damit die Knochen keinen Schaden nehmen und die natürlichen Bedürfnisse des Pferdes berücksichtigen um ihm die Kraft zu geben, gerne mit uns zusammen zu arbeiten.


Klassisch-Barocke Reiterei

Klassisch-Barock

Der Begriff „Klassisch-Barock“ bezeichnet in der Reiterei die Rückbesinnung auf die Stilepoche des Barock (1575 bis 1770). Damals trugen die Leute noch komische Gewänder und die Pferde wurden meist auf Kandare geritten. Bedeutet „Klassisch-Barock reiten“ also, dass ich mich verkleiden und spanische Pferde mit Stangengebiss reiten muss? Das wurde ich tatsächlich schon gefragt. Meine Antwort: Keineswegs!

Für mich bedeutet „Klassisch-Barocke Reiterei“ tatsächlich eine Wiederbelebung der Theorien und Praktiken von historischen Reitmeistern wie z.B. Francois Robichon de la Guérinière, Pluvinel, Baucher, Steinbrecht uva. In Kombination mit dem, was wir heute über die Biomechanik und das Wesen der Pferde wissen, hilft uns das Wissen der alten Meister, Reitern zu erklären, wie sie ihr Pferd noch besser verstehen. Viele Freizeitreiter suchen heute einen Gegenpol zur Turnierreiterei. Die klassische Reitkunst gibt dem Pferd die Zeit, die es braucht in der Ausbildung und legt ihren Fokus auf die Gesunderhaltung des Bewegungsapparates. So kann die Ausbildung von Reiter und Pferd in größtmöglicher Harmonie stattfinden.

Guérinière‘s Werk ist unbestritten das bedeutendste Schriftstück aller Zeiten über Reitkunst. Ein Text, der an praktischer Brauchbarkeit und Aktualität alle Werke der Gegenwart überragt.

 Bertold Schirg

Ecole de Cavalerie

Vieles, was heute unter neuen Namen verkauft wird, praktizierten und wussten schon de la Guérinière und seine Kollegen. De la Guérinières Buch „Ecole de Cavalerie“ kann ich jedem Reiter nur ans Herz legen. Denn obwohl das Buch schon 1733 erschien, ist sein Inhalt so aktuell wie eh und je und berücksichtig sowohl Biomechanik als auch natürliche Bedürfnisse des Pferdes bei der Ausbildung. Die klassisch barocke Reiterei hat also trotz ihrer frühen Entstehung schon einen ganzheitlichen Ansatz.


Equitana OpenAir@Home

Herzlich Willkommen auf meiner Website!

Ich freue mich sehr, Euch hier begrüßen zu dürfen. Hier erfahrt Ihr ein bisschen mehr über mich und meine Arbeit. Guckt Euch gerne um. Da Ihr hier gelandet seid, interessiert Ihr Euch für mein Equitana-Wochenendseminar-Angebot. Besucher der Equitana OpenAir@Home erhalten bei einer Buchung 10% Rabatt auf den Gesamt-Unterrichtspreis.

Was für Kurse sind das?

Deutschlandweit sowie für Österreich, die Niederlande und Belgien biete ich für Reiter auch Wochenendseminare an. Diese Kurse sind selbstverständlich ganz individuell auf die Kursteilnehmer und ihre Pferde zugeschnitten und entsprechen denselben Grundsätzen, wie mein privater wöchentlicher Einzelunterricht. Bei der Buchung könnt Ihr zwischen verschiedenen Themenbereichen wählen. Gerne könnt Ihre mich aber auch direkt ansprechen und mit mir Eure persönlichen Wünsche und Ideen besprechen. Ich entwerfe dann einen auf Euch zugeschnittenen Kurs.

Wieviel kostet es?

Der Gesamtpreis für ein solches Wochenendseminar mit 6 praktischen Teilnehmern beträgt 1200€ zzgl. Unterkunft und Anfahrt. Auf diesen Preis gewähre ich Besuchern der Equitana OpenAir@Home vom 07.-09.08.2020 10% Rabatt. Schreibt mir einfach eine Mail an: agnes@motivierte-pferde.de

Wie läuft so ein Seminar ab und was erwartet Euch dabei?

Wochenend-Seminare finden normalerweise am Wochenende – also Samstag und Sonntag – statt. Teilnehmen können sechs aktive Teilnehmer mit Pferd.

Samstags morgens beginnt das Seminar mit einer kurzen Vorstellungsrunde, nach der jeder Reiter 30 Minuten Einzelunterricht erhält. Nach der Mittagspause legen wir dann eine Theorieeinheit ein. Bei den Sitzschulungsseminaren werden hier neben der Vermittlung von theoretischen und auf eure Bedürfnisse zugeschnittene Grundlagen nun die Videos vom Unterricht morgens analysiert. Anschließend geht es erneut für jeden Teilnehmer 30 Minuten je nach Wunschthema aufs bzw. ans Pferd.

Am zweiten Tag starten wir mit einer Reiteinheit von 45 Minuten für jeden Teilnehmer. Anschließend treffen wir uns noch einmal zu einer abschließenden Besprechung, bei der auch noch einmal auf theoretische Inhalte eingegangen werden kann.

Ihr habt noch Fragen?
Natürlich stehe ich Euch auch bei weiteren Fragen, die ich bis hierhin noch nicht beantworten konnte, gerne zur Verfügung. Schreibt mir einfach eine Mail (agnes@motivierte-pferde.de). Ich melde mich umgehend bei Euch!

Jetzt wünsche ich Euch noch weiterhin viel Spaß auf der Equitana OpenAir@Home und freue mich, von Euch zu lesen! Über Euer Feedback zu meinem Film freue ich mich auch sehr!

Wer regelmäßig von mir lesen möchte, kann mir auch gerne auf Facebook oder Instagram folgen 🙂

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Der Galopp- Analyse, Probleme und Lösungen

Der Galopp ist die schnellste Gangart des Pferdes. Er ist ein dynamischer Dreitakt mit Schwebephase. Das Pferd soll sich schwungvoll mit deutlicher Bergauf-Tendenz nach vorne bewegen. Je nach Tempo oder Versammlungsgrad variiert das Gangmaß. Im folgenden möchte ich kurz aufzeigen, was man grundsätzlich unter Galopp versteht, welche Probleme es mit Barockpferderassen in der Ausbildung rund um den Galopp geben kann und darauf eingehen, was François Robichon de la Guérinière über den Galopp schrieb.

Es wird heute unterschieden zwischen:

  • Arbeitsgalopp
  • Mittelgalopp
  • starkem Galopp
  • Schulgalopp
  • versammeltem Galopp
  • Renngalopp
  • außerdem unterscheidet man zwischen Rechts- und Linksgalopp

Die Fußfolge des Rechtsgalopps:

  • linkes Hinterbein
  • links hinten, rechts hinten, links vorne (als Diagonale)
  • rechtes Vorderbein (Einbeinstütze)
  • Schwebephase

Durch den Galopp fördere ich:

  • die Reaktionsfähigkeit des Pferdes
  • die Losgelassenheit als 2. Punkt der Ausbildungsskala (dies gilt insbesondere bei Pferdetypen wie Vollblütern, Warmblütern)
  • ökonomische und geschmeidige Bewegungen des Pferdes
  • den Atemrhythmus (jeder Sprung ein Atemzug)
  • die Bauchmuskulatur
  • eine höhere Beweglichkeit im Kreuzdarmbein
  • eine Steigerung des Enthusiasmus

Hilfen:

  • Paraden: dadurch veranlasstes vermehrtes Herantreten der Hinterbeine an den Schwerpunkt erleichtert das “Anspringen”
  • inneren Gefäßknochen vermehrt belasten
  • innerer Schenkel liegt treibend am Sattelgurt
  • äußerer Zügel begrenzt Stellung und verhindert ein Ausfallen über die Schulter

Der Galopp im Hinblick auf Barockpferde

Gerade Barockpferde wie z.B. Friesen sind schnell mit dem Galopp überfordert. Sie verspannen sich und “machen dicht”. Das liegt daran, dass viele Barockpferde sehr kurze Rücken haben, eine hohe Beinaktion und einen hoch aufgesetzten Hals. Sie haben große Schwierigkeiten sich zu entspannen und ihre Galoppade ist sehr kraftraubend. Bei ihnen muss vor allem auf die Losgelassenheit geachtet werden und auf eine gut vorbereitete tragende Muskulatur, bevor mit der Galopparbeit begonnen werden kann. Friesen haben zusätzlich das Problem, dass ihr Herz im Verhältnis zum Körper sehr klein ist. Sie können daher per se nur kurze Galoppreprisen leisten. Das ist wichtig zu beachten, denn wenn das Pferd seine Belastungsgrenze (und die ist beim Friesen im Galopp extrem niedrig) überschreitet, arbeitet die Muskulatur im anaeroben Bereich. Das bedeutet, dass die Muskulatur nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird und übersäuert. Muskelaufbau ist nur im aeroben Bereich möglich. Ein weiterer negativer Aspekt von Muskelüberlastungen ist die Möglichkeit, dass das Pferd um die überlastete und somit schmerzhafte Muskulatur zu schonen, andere Muskeln benutzt- Fehlbelastungen sind die Folge.

Die Galopparbeit nach François Robichon de la Guérinière:

In der Zeit François Robichon de la Guérinières versteht man unter “dem richtigen Galopp” bei Jagd und Campagnepferden immer den Rechtsgalopp. Doch es gab wohl damals schon Reiter die das Pferd wechseln liessen, damit es nicht ermüdet. In der Reitbahn wird auch damals schon auf beiden Händen gearbeitet. De la Guérinière spricht in seinem Werk von drei Vorteilen, die der Galopp bieten würde:

ein Pferd das empfindlich am Maul ist, könnte so eine sichere Anlehnung erhalten
der Reiter fördere die Kondition
der Reiter könne auf diese Weise den Rücken lockern
De la Guérinière rät im 16. Kapitel “Vom Galopp”, dass der Reiter die Schrittfolgen des Pferdes lernen muss zu erfühlen. Dazu soll er im Schritt anfangen, dann im Trab und dann im Galopp. Nur wenn der Reiter wisse, wann welcher Fuß abhuft, könne er den Galopp richtig fühlen und reiten.

Das Pferd soll nicht angaloppiert werden:

  • bevor es nicht im Trab ausreichend gymnastiziert wurde und dadurch den Galopp anbietet
  • bevor der Körper biegsam genug ist, im Schulterherein die Beine wie auf einem Zirkel zu bewegen, beim Kruppe an die Mauer dem Schenkel gehorcht und bis es durch Arbeit in den Pilaren leicht an der Hand geworden ist. Wenn das alles vorher erarbeitet wurde, sei es leicht ein Pferd anzugaloppieren und dann würde es dem Pferd auch Spaß machen.

Er rät es in Schulterhereinstellung zu galoppieren, damit es nicht aus der Spur läuft und mit dem inneren Hinterbein zu weit nach innen tritt. So richte man es im Galopp gerade. Tue man dies nicht würde das Pferd den Reiter nach außen setzen und an der Spur der Vorderbeine vorbei fußen.

Herr de la Broué beschreibe, dass der Bahngalopp vorne kurz und hinten geschwinde sein müsse.

Diese Geschwindigkeit der Hinterhand erreiche man nur durch Vorwärtsdrang des Pferdes, halbe Paraden um die Vorderhand zu verhalten und durch häufiges Senken der Hand als Belohnung für den Gehorsam und um zu verhindern, dass das Pferd sich auf den Zügel legt, erreichen.

Um dem Pferd einen solchen angemessenen Galopp beizubringen, sollte man das Individuum betrachten und dementsprechend handeln.

Pferde, die sich verhalten sollen auf langen, geraden Linien geführt werden und gestreckt geritten werden. Hitzige Pferde sollten zurück gehalten werden, auf Zirkeln geritten werden, da sie dann genötigt seien sich mehr zu versammeln. Damit würden sie lockerer im Rücken, mental und optisch wären sie beschäftigt und sie würden nicht so losstürmen können.

Wieder andere Pferde würden komisch galoppieren, weil sie sich unwohl fühlen oder eine Schwäche bzw. Schmerzen haben in den Schultern, der Hinterhand, den Gelenken oder den Hufen. Sie trauen sich nicht richtig zu galoppieren. Diese Pferde sollen in kurzen Reprisen galoppiert werden, damit sie nicht den Mut verlieren und damit ihre Kräfte reichen.

Zwei andere Pferdetypen gibt es noch:

  1. die die zu viel Vorderhandaktion haben: Hier soll der Reiter die Hand in dem Moment wo die Vorderbeine auf die Erde gesetzt werden tief stellen den Absatz tief halten und stark in die Bügel treten.
  2. Pferde, die die Beine nicht genug heben und sich auf das Gebiss legen: Hand nachgeben wenn die Vorderbeine in der Höhe sind, wenn die Vorderfüße auf dem Boden sind soll man die Hand zurücknehmen und nicht zu viel Druck in den Steigbügeln ausüben.

Niemals soll man mit Biegearbeit im Galopp anfangen, bevor das Pferd nicht auf dem Hufschlag gut galoppiert. Sonst wäre das Ergebnis eine harte Anlehnung im Maul, die Vorhand würde steif und das Pferd würde sich wiedersetzen. Man würde fühlen, wann es gelenkig genug sei seitwärts zu springen.

Durch die Übung Kruppe an die Mauer würde man nur noch schnalzen müssen und mit dem äußeren Schenkel treiben und es würde von selbst angaloppieren. Dann soll man es nur wenige Sprünge machen lassen, loben und durchparieren.

Der Galopp läßt sich durch das Schulterherein und das Kruppe an die Mauer vervollkommnen. Der Galopp soll immer auf gerader Linie in der Mitte der Bahn beendet werden.

Interessant zum Thema ist auch dieses Interview der Dressur-Studien bei dem sich Andrea Jänisch und Richard Hinrichs zum Thema Galopp unterhalten.

Beitragsbild: Viktoria Makarova@Fotolia

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Feine Hilfen: Der Trab

Ausgabe 31

Ab dem 07.10. ist die nächste Ausgabe der FEINE HILFEN im Handel erhältlich. Wie einige von Euch schon wissen, bin ich seit April dieses Jahres Chefredakteurin des Bookazins. Dieses Mal habe ich das Thema “Der Trab” gewählt. Zum einen, weil es schon Ausgaben über Schritt und Galopp gab und ich damit die Reihe zu den drei Grundgangarten vervollständigen konnte. Zum anderen aber, weil der Trab in meinen Augen Dreh und Angelpunkt der Ausbildung des Reitpferdes und auch des Reiters ist.

Der Trab zeigt schonungslos Ausbildungsfehler, Haltungsfehler, Sitzfehler, Einwirkungsfehler. Er ist für das Pferd zwar relativ kräfteschonend und damit für längere Strecken im Gelände gut geeignet, auf gebogener Linie sorgt er aber ohne die nötige Losgelassenheit von Pferd und Reiter sehr schnell für Gelenks- und Sehnenerkrankungen des Pferdes.

Zuviel Trab verschleißt- unnötiges, stundenlanges Traben um das Pferd zur Entspannung zu bringen, kann nur in Ermüdung enden. Der Reiter wundert sich dann, warum er jeden Tag noch mehr traben muss, um sein Pferd zu “lösen”. Er trainiert damit jedoch eher Muskelverspannungen und die Fähigkeit des Pferdes, sich immer länger verspannt zu bewegen, bevor es irgendwann nicht mehr kann. Diese tägliche Über-und Fehlbelastung führt zu irreversiblen Schäden am Körper des Pferdes.

Besonders gefreut hat mich, dass ich für diese Ausgabe erneut Richard Hinrichs als Autor gewinnen konnte. Er schreibt über die geschichtliche Entwicklung der Ansichten zur Trabarbeit. Ein extrem spannendes Thema und ein toller Artikel, der mich einen weiteren Autoren aus der Zeit des Barock entdecken ließ- Claude Bourgelat. Ich lese gerade sein Werk “Le nouveau Newcastle” und werde hier demnächst auch darüber berichten.

Ein weiterer Punkt, der mir beim Thema “Trab” am Herzen lag, ist, wie oben schon genannt, der Sitz des Reiters. Immer wieder treffe ich auf Schüler, die nie gelernt haben, richtig auszusitzen. Ein aktueller Trend ist es auch, Schüler grundsätzlich nicht mehr leichttraben zu lassen, egal wie der Schüler sitzt, oder ob das Pferd sich überhaupt unter dem Reiter entspannen kann bzw. schon muskulär soweit trainiert ist, dass es den Brustkorb mit Reiter richtig tragen kann. Häufig ist das fatal fürs Pferd. Und auch für den Reiter- denn im Grunde wollen die meisten Reiter ja nur das beste für ihr Pferd und hören deshalb auf die Ratschläge ihrer Trainer. Reiten sollte niemals dogmatisch sein, sondern sich immer an den Bedürfnissen von Pferd und Reiter orientieren.

Elaine Butler, Martina Poley und Nicole Künzel erklären deshalb in dieser Heftausgabe, wie wichtig der richtige Sitz im Trab ist und warum das so ist. Bei Elaine Butler mache ich übrigens selbst zur Zeit eine Fortbildung zur “Ride-Ability”-Trainerin. Dazu schreibe ich aber demnächst noch einmal Genaueres. Auf jeden Fall ist es mein Ziel, in Zukunft noch besser auf Sitzprobleme eingehen zu können und meinen Schülern mit inneren Bildern und ausgefuchsten Ideen zu einem Sitz zu verhelfen, der das Pferd glücklich macht.

Übrigens ist es aus oben genannten Gründen richtig schwer, schöne Trabbilder mit Reiter zu finden. Auch deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass ich für dieses Heft Nicole Weinauge als Autorin gewinnen konnte. Ihre Fotos waren mir schon vor einiger Zeit besonders positiv aufgefallen. Sie schreibt in ihrem Artikel über die biomechanischen Zusammenhänge und wie wichtig das Wissen um diese ist. Außerdem hat sie es mit ihrem PRE Minero damit auch auf den Titel dieser Ausgabe geschafft. Wie findet Ihr das Bild? Mir gefällt es ausgesprochen gut.

Zu guter Letzt habe ich in dieser Ausgabe versucht, Euch als Leser stärker einzubinden. Ich habe auf der FEINE HILFEN Facebook-Fanpage gefragt, was Ihr gerne wissen möchtet und welche Schwierigkeiten Ihr mit dem Trab habt. Fünf Eurer Fragen habe ich dann von unseren Autoren beantworten lassen. Alex Zell, Alexandra Jablonka, Nicole Künzel, Bea Borelle und Nicole Weinauge beantworten jeweils eine Frage. Ich bin sehr gespannt, wie Euch das gefällt. Über Feedback freue ich mich sehr.

HIER findet Ihr übrigens eine Übersicht aller Artikel im Heft. Es haben ja noch ganz viele weitere tolle Autoren etwas zum Thema beigetragen. Außerdem haben wir off-topic in der Rubrik Pferd & Wissenschaft zwei spannende Artikel. Einer davon behandelt das brandaktuelle Thema PSSM, der andere berichtet über eine Studie zu Optimismus und Pessimismus bei Pferden.

Ich wünsche Euch viel Spass beim Lesen!

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Diese Bücher habe ich besonders gerne gelesen

“Welche Bücher kannst Du mir empfehlen?”

fragen mich meine Schüler häufig. Deshalb möchte ich hier mal meine “All-Time-Bestenliste” veröffentlichen. Zu jedem Buch erzähle ich ein bisschen, warum es mir besonders gut gefällt.

Diese Bücher solltet Ihr auf jeden Fall gelesen haben:

1.) Ecole de Cavalerie- de la Guérinière

Warum ich dieses Werk aus dem 18. Jahrhundert empfehle, habe ich schon in etlichen anderen Artikeln hier im Blog erklärt. Es enthält Unmengen an Informationen für den richtigen und artgerechten Umgang und eine schonende und durchdachte Ausbildung und Hilfengebung.

Es gibt einfach jedes Mal aufs Neue tolles Wissen zu entdecken beim Lesen dieses Buches- und das, obwohl es so alt ist! Wenn Ihr französisch könnt, solltet Ihr das Original lesen, da alle Übersetzungsvarianten Fehler enthalten, die zu Missverständnissen führen. Ansonsten erschien dieses Werk in deutscher Fassung übersetzt von J.D. Knoell im OLMS-Verlag und unter dem Titel “Barockes Reiten nach F.R. de la Guérinière: Die Reitkunst -Über die Ausbildung des Pferdes” bearbeitet von Bent Branderup im Cadmos Verlag.

2.) Pferde schulen an der Hand- Richard Hinrichs (Kosmos)

Richard Hinrichs erklärt in diesem Buch sehr schön anschaulich die Möglichkeiten, wie man Pferde an der Hand schulen kann. Er geht dabei insbesondere auch darauf ein, warum es Sinn macht, Pferde am Boden zu gymnastizieren, zu lösen und zu versammeln. Er beschreibt seine Art des Longierens, wie und warum man am langen Zügel arbeitet und erklärt die klassische Arbeit an der Hand. Das Buch bietet viele hilfreiche Tipps für den Trainingsalltag und ist ein absolutes Must-Have für alle, die sich näher mit klassisch barocker Reiterei beschäftigen möchten.

3.) Reiten mit feinen Hilfen- Richard Hinrichs (Kosmos)

“Auch dieses Buch ist nicht geeignet, eigene praktische Übungen des Lesers zu ersetzen. Er soll aber dafür sensibilisiert werden, welche Erfolgsprinzipien eine Reiterei ohne unnötige Krafteinwirkung begünstigen und welche Umwege vermieden werden können, um dieses Ziel zu erreichen.” (Zitat aus dem Vorwort auf Seite 4, Neuauflage von 2011)

Ganz in diesem Sinne erklärt Richard Hinrichs in drei großen Kapiteln, was ihm wichtig ist bezüglich des Sitzes und der Hilfen des Reiters, wie man das Pferd und den Reiter motiviert und schließlich, was bei bestimmten Lektionen zu beachten ist. Dabei ist das Buch anschaulich durch Fotos und Illustrationen.

So beschreibt Richard Hinrichs in diesem Buch, wie wichtig Klarheit des Reiters in der Ausbildung und im täglichen Training für das Pferd ist. Ich durfte Richard Hinrichs im Trainerseminar als meinen Lehrer kennen lernen und habe in dieser Zeit und auch in den regelmäßigen Fortbildungen die ich bei ihm besuche, viel gelernt. Insbesondere seine Ideen dazu, wie man Pferde besonders gut motivieren kann und seine Präzision in der Hilfengebung machen ihn zu einem besonderen Vorbild für meine tägliche Arbeit.

Viele seiner Leitsprüche sind so markant, dass man sie nicht mehr vergisst und in diesem Buch findet Ihr einige davon. Sicher habe ich den einen oder anderen im Unterricht auch schon erwähnt. Hier könnt Ihr das alles noch einmal nachlesen.

4.) Seitwärts unterwegs- Johannes Beck-Broichsitter (Cadmos)

Tatsächlich hatte ich beim ersten Lesen dieses Buches so viele Aha-Erlebnisse. Endlich wurden die wirren Vorstellungen von Seitengängen in klare Bilder und klare deutliche Grundsätze gepackt. Das Buch ist zudem angenehm lesbar, vermeidet langweilige und komplizierte Beschreibungen und man kann den humorvollen Charakter des Autors gut erkennen. Auf Johannes Beck-Broichsitters Anlage durfte ich einige Zeit nach dem ersten Kontakt mit seinem Buch 2014 meine Prüfung zum Trainer für klassisch barocke Reiterei ablegen. Nebenbei: Sein Geländetraining ist übrigens genauso gut wie die Erklärungen der Seitengänge in diesem Buch. Wer es also noch nicht hat, sollte sich dieses Buch auf jeden Fall schnellstens zulegen und vielleicht auch mal einen Lehrgang bei Johannes in Heist besuchen.

5.) Achtung, Respekt, Würde- Frédéric Pignon, Magali Delgado (WuWei)

Mit Frédéric Pignon sprach ich 2016 das erste Mal persönlich. Ich führte ein Interview mit ihm für das Bookazin “FEINE HILFEN”. Schon in der Vorbereitung des Interviews war ich begeistert von dem, was Pignon und Delgado in ihrem Buch “Achtung, Respekt, Würde” schreiben. Dieses Jahr traf ich die beiden Trainer dann persönlich in Wickrath, bei einem vom Evipo-Verlag organisierten Seminar. Frédérics Ruhe und Klarheit in der Arbeit mit Pferden ist toll und seine Frau Magali überraschte mich mit tollen Tipps zum Lösen von angespannten Pferden und für Lektionen auf hohem Niveau.

6.) Irrwege der modernen Dressur- Philippe Karl (Cadmos)

Noch so ein Werk der Erleuchtung: Ähnlich wie das Buch “Seitwärts unterwegs” ist dieses Buch von vorne bis hinten vollgepackt mit Informationen, die man schlichtweg jeden Tag bei der Arbeit mit demPferd im Hinterkopf haben sollte. Logisch, fundiert und sehr überzeugend nimmt Philippe Karl in seinem Buch die moderne Lehre der FN auseinander und erklärt, welche Punkte missverständlich sind oder einfach keinen Sinn machen, warum das so ist und wie es eigentlich besser wäre. Philippe Karl hat all diese Punkte auch der FN vorgelegt und gilt seitdem als unbequemer Kritiker des modernen Dressursports. Dieses Buch sollte jeder Reiter gelesen haben.

7.) Basis-Guide für feine Hilfen- Katharina Möller (Cadmos)

Katharina Möller ist nach der Lektüre dieses Buches für mich schlagartig zu einer der interessantesten deutschen Trainerinnen unserer Zeit geworden. Das Buch erklärt toll grundlegende Basics wie den richtigen Sitz, die Prinzipien der Hilfengebung, wie man Probleme lösen kann, und wie man sich selbst täglich korrigieren kann. Dabei begeistert mich vor allem ihre liebevolle Einstellung zum Pferd. Fotos und Zeichnungen veranschaulichen den Text zusätzlich. Für meine Schüler und meinen eigenen Unterricht konnte ich sehr viel aus diesem Buch mitnehmen und nutze es immer wieder gerne als Nachschlagewerk.

8.) Ein gutes Pferd hat niemals die falsche Farbe- Mark Rashid (animalLearn Verlag)

“Wenn Sie ein empfindsames Pferd haben, verwenden Sie Ihr Feingefühl. wenn Sie ein schlaues Pferd haben, benutzen Sie Ihre Intelligenz. Und wenn Sie ein ängstliches Pferd haben, versuchen Sie es zu beruhigen.” (Zitat, Seite 77)

Ob nun dieses oder irgendein anderes Buch von Mark Rashid- lest es!!! Seine Bücher sind keine typischen Fachbücher, sondern enthalten Geschichten aus denen man für sich und die Pferde mit denen man zu tun hat so viel mitnehmen kann.

Mark Rashid liebt Pferde- das jedenfalls ist der Eindruck der bleibt, wenn man das Buch gelesen hat und zur Seite legt. Seine Geschichten von dem freundlichen alten Pferdemann von dem er so viel gelernt hat, sind spannend, lehrreich und berühren einen ganz tief im Inneren, denn es geht in erster Linie um Vertrauen. Statt wie so häufig davon auszugehen, dass ein Pferd unterworfen werden muss, ist hier der Leitgedanke, dass jedes Pferd gut ist und bei richtiger Behandlung gut bleibt.

9.) Bea Borelles Zirkusschule- Bea Borelle (Kosmos)

Bea Borelle ist eine tolle Trainerin. Ich habe selten jemanden so sehr für eine Sache brennen sehen wie sie. Ich bewundere ihre Energie und dieses Buch veranschaulicht schon sehr gut einen Teil von Beas Arbeit.

Das Buch erklärt schön Beas Herangehensweise an einzelne Lektionen und ist ein tolles Nachschlagewerk für alle, die sich für Zirkuslektionen interessieren. Schritt-für-Schritt Fotos illustrieren den Text und laden zum sofortigen Ausprobieren ein. Dabei geht Bea auf das Equipment und die Trainingsbedingungen genau so ein, wie auf Trainingsstrategien und Motivation. Ihr charismatisches Pony Ben begleitet den Leser durch das gesamte Buch und auf den letzten Seiten findet der Leser eine Aufstellung aller Übungen, die Ben beherrscht- ziemlich beeindruckend übrigens.

Ich habe Bea und Ben 2009 auf der Equitana kennen gelernt. Der kleine Fuchswallach beeindruckte mich damals nachhaltig, weil er sogar sagen konnte (mit einem Kopfnicken oder -schütteln), ob er eine Decke anziehen möchte oder nicht. Und Bea respektierte seine Wünsche, was ich auch damals schon toll fand. Im vergangenen Jahr habe ich Bea und Ben zweimal in der Provence besucht und besuche seit dem letzten Jahr ihre Lehrgänge in Mettmann.

10.) Das Phänomen François Baucher- Dr. med. vet. Robert Stodulka (WuWei)

Der letzte Buchtipp für heute ist ein bisschen “schwere Kost”. Das geb ich zu. Das 332 Seiten starke Werk von Dr. Stodulka liest sich auch nicht so eben mal nebenbei. Das muss man schon lesen wollen. Aber wenn man sich da reinfuchst ist es unglaublich informativ.

Hier wird das Werk Bauchers rundum beleuchtet: Biografie, politische Einordnung, Einfluss und Wirkung des Baucherismus bis heute, Unterschiede zwischen erster und zweiter Manier, Kernaussagen der zweiten Manier mit Erklärungen und eine Beleuchtung des Veterinärmediziners Stodulka, welche biomechanische Bedeutung Bauches Lehre hat.

Im zweiten Teil des Buches finden wir eine kommentierte Übersetzung von Bauchers “Methode der Reitkunst nach neuen Grundsätzen”.

Dr Stodulka sorgt mit Fotos von sich und seinen Pferden und mit hervorragend recherchierten Illustrationen und historischen Fotos für eine spannende Bebilderung des an sich eher trockenen Textinhalts ohne dabei den wissenschaftlichen Anspruch hinter diesem Buch zu vernachlässigen.

Insgesamt würde ich sagen: Es ist tatsächlich ein Buch mit wissenschaftlichem Anspruch. Wer sich drauf einlässt entdeckt eine unglaubliche Fülle an Informationen. Nur als Urlaubslektüre für nebenbei ist es eben nicht zu empfehlen.

Und Ihr? Habt Ihr einige dieser Bücher schon gelesen? Wie gefallen Sie Euch? Welche Bücher findet Ihr besonders gut und warum? Ich freue mich über Eure Nachrichten.

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